BGM-Glossar

Der BBGM hat die Begrifflichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagement in einem Glossar zusammen gestellt.
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Gesundheit

„Gesundheit beschreibt das aktuelle Potential einer Person, ihre habituellen und psychischen Bedürfnisse zu befriedigen, ihre lebens- und arbeitsweltbezogenen Anforderungen zu erfüllen, sowie sich ändernden Umweltbedingungen anpassen zu können.“

Gesundheit:

  • ist eine Fähigkeit. hat den Zustand und das Erleben physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens zur Folge.
  • hat einen komplexen, dynamischen und multidimensionalen Charakter.
  • ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit.
  • beschreibt die Balance zwischen den bio-psycho-sozialen Leistungsvoraussetzungenund den aktuellen Lebens- und Arbeitsanforderungen.
  • bezieht die Stimmigkeit zwischen dem individuellen Handeln und den umweltbezogenen Ansprüchen ein (SOC).
  • ist kein objektives Faktum, sondern integriert vor allem das subjektive Erleben.
  • ist Voraussetzung für Leistungsfähigkeit.
  • steigert die Lebensqualität.
(Krankheits-)Prävention

„(Krankheits-)Prävention bezieht sich auf alle Maßnahmen zur Vorbeugung, Verzögerung oder Verminderung erkannter gesundheitsbezogener Risikofaktoren.“

(Krankheits-)Prävention:

  • setzt an unterschiedlichen Zeitpunkten an (Primär-, Sekundär-, Tertiärprävention).
  • ist auf das Dasein bereits existierender bzw. die Wahrnehmung potentieller Risikofaktoren angewiesen.
  • ist nicht nur auf Individuen, sondern auch auf Gruppen anzuwenden (Individuum Mikro-Ebene / Arbeitsgruppe Meso-Ebene / Unternehmen, Familie o.ä. Makro-Ebene / Gesellschaft Sudra-Ebene) „Systemebenen“.
  • es gibt individuelle und kollektive „Risikoverluste“.
  • ist eine individuelle und kollektive Aufgabe gleichermaßen.
  • nutzt verschiedene Methoden (z.B. Erziehung, Aufklärung, Beratung, Bildung).
  • folgt einem pathogenen Denkmuster Risikofaktoren werden kontrolliert, zurückgedr.ngt, abgewendet etc..
  • hat das Ziel/Ergebnis: die Verhinderung von Gesundheitsverlusten durch Einwirkung auf die Risikofaktoren.

Gesundheitsförderung

„Gesundheitsförderung bezieht sich auf alle Maßnahmen zur Sicherung, zur Stärkung oder Erhöhung gesundheitsbezogener Widerstandsreserven.“

Gesundheitsförderung:

  • ist auf das Dasein bereits existierender bzw. die Wahrnehmung potentieller gesundheitlicher Ressourcen angewiesen.
  • ist nicht nur auf Individuen, sondern auch auf Gruppen anzuwenden (Individuum Mikro-Ebene / Arbeitsgruppe  Meso-Ebene / Unternehmen, Familie o.ä.  Makro-Ebene / Gesellschaft  Sudra-Ebene) „Systemebenen“.
  • es gibt individuelle und kollektive „Ressourcengewinne“
  • ist eine individuelle und kollektive Aufgabe gleichermaßen.
  • nutzt verschiedene Methoden (z.B. Zielbildung, kognitive Dissonanz, Aufbau von Bewältigungsstrategien).
  • folgt einem salutogenen Denkmuster  Ressourcen werden identifiziert, abgesichert, ausgebaut etc..
  • hat das Ziel/Ergebnis: Verhinderung von potenziellen Gesundheitsverlusten durch die Einwirkung auf die Ressourcenfaktoren.

Gemeinsamkeiten von Gesundheitsförderung und (Krankheits-)Prävention
  •  beide sind „behandelnde“ Disziplinen, die auf die Wahrnehmung von Defiziten ausgerichtet sind:
    – (Krankheits-)Prävention minimiert oder beseitigt Risikofaktoren
    – Gesundheitsförderung minimiert oder beseitigt Defizite in Schutzfaktoren
  • beide gehen also den Umweg über die „andere Seite der Gesundheit“, wenn sie ihren positiven Einfluss geltend machen wollen
  • beide richten den Blick auf eine riskante und sorgenvolle Zukunft: die Zukunft einer durch irgendetwas beeinträchtigten und/oder verminderten Gesundheit
    – (Krankheits-)Prävention impliziert die Idee, dass maßgebliche Risikofaktoren in der Zukunft überhand nehmen und die Gesundheit beeinträchtigen können
    – Gesundheitsförderung impliziert die Idee, dass wichtige Schutzfaktoren in der Zukunft nicht ausreichend verfügbar sein könnten und damit die Gesundheit beeinträchtigt sein kann
  • beide verorten die Risiko- und Schutzfaktoren auf allen Systemebenen (Person, Interaktion, Situation)
  • beide weisen auch methodische Gemeinsamkeiten auf:
    – (Krankheits-)Prävention arbeitet häufig über Information, Bildung („Aufklärung“), die Induktion kognitiver Dissonanz, Furchtappelle, Abschreckung …
    – Gesundheitsförderung arbeitet ebenfalls über Information, kognitive Dissonanz und zusätzlich über die Benennung und Förderung von Bewältigungsmöglichkeiten („Sense of Managability, Coping)
    – die Kombination beider Methoden erreicht i.d.R. die höchsten Wirkungsgrade
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

„Betriebliche Gesundheitsförderung bezieht sich auf alle betrieblichen Maßnahmen zur Sicherung, zur Stärkung oder Erhöhung gesundheitsbezogener Widerstandsreserven.“ (BBGM, 2012)

BGF:

  • BGF umfasst eben nicht alle gesundheits- und arbeitsschutzbezogenen Maßnahmen, das betriebliche Eingliederungsmanagement, die Personal- und Organisationspolitik usw.
  • BGF umfasst im eigentlichen Sinne nur Maßnahmen von Arbeitnehmer/innen und Arbeitgebermit dem Ziel, die Gesundheit und damit das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern (Ressourcenansatz)
  • es fehlt in der Diskussion das Pendant!  eigentlich muss ein zweiter Begriff eingeführt werden: die „betriebliche (Krankheits-)Prävention“ (für alle risikominimierenden Maßnahmen)
  • Gesundheitsförderung und betriebliche Gesundheitsförderung lassen sich nur schwer trennen, denn die meisten gesundheitsförderlichen Aspekte lassen sich auch im betrieblichen Kontext angehen
  • BGF erfordert ein ganzheitliches Programm, das auf mehreren Ebenen ansetzt (privat und beruflich)
  • BGF ist kein Synonym für Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

„Betriebliches Gesundheitsmanagement ist die planvolle Organisation, Steuerung und Ausgestaltung betrieblicher Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderungder Arbeitsbewältigungsfähigkeit* der Mitarbeiter.“
* diese impliziert sowohl Anteile der Gesundheitsförderung als auch der Krankheitsprävention
(BBGM, 2012)

BGM:

  • zielt auf die Erhaltung und Förderung der Arbeitsbewältigung / individuellen Gesundheit, der Sicherung der betrieblichen Kernprozesse oder was ab?  das Ziel muss geklärt werden!
  • ist ein klassischer Managementansatz (Methode)  PDCA
  • versucht Belastungen von Beschäftigten zu verringern und persönliche Ressourcen zu stärken
  • integriert die individuelle und organisationale Resilienz* als wesentlichen Bestandteil
  • erhöht das Leistungspotential der Organisation

*Resilienz beschreibt die psychische Widerstandskraft, die Fähigkeit Niederlagen verarbeiten zu können und sich nicht unterkriegen zu lassen. Resilienz setzt sich zusammen aus: Assertiveness, Achtsamkeit, Zielklarheit/ Prozessoffenheit, Experiment/ Reflexion und Synegoismus, sozialer Verwurzelung, Flexibilität und Wiederaufstellfähigkeit.

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